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Frühviktorianische Mode um 1860. Informelles Nachmittagsoutfit.

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England. Mode um 1860.

FRÜHVIKTORIANISCH

TAFEL NR. 102.

In den 1850er und 1860er Jahren zeigte sich ein plötzliches Interesse an Streifen, Tupfen und Karos in der Männertracht. Es schien ein Versuch zu sein, die Farbe und Fröhlichkeit einer früheren Zeit wiederzuerlangen.

Der hier abgebildete Herr ist in ein informelles Nachmittagsoutfit der 1860er Jahre gekleidet. Er trägt einen steifen Herrenhut, den „Plug“-Hut, eine Art hoher Derby aus steifem Filz, der zu dieser Zeit aufkam und in den achtziger Jahren populärer wurde. Seine Frisur zeigt den vollen Wuchs von Koteletten.

Die Kleidungsstücke sind von der gleichen Art wie das moderne informelle Ensemble. Das Hemd hat einen weichen Umlegekragen und dazu trägt er eine schmale schwarze Schnürkrawatte. Der Gehrock ist länger als der moderne Mantel. Beachten Sie, wie ähnlich er dem modernen Anzugmantel im Schnitt ist. Die karierte Weste ist einreihig und kragenlos und passt sich dem Körper natürlich an. Die Hose ist ohne Bügelfalte und eher voll, sie verjüngt sich leicht bis zu den Schuhen. Der Spazierstock ist ein beliebtes Accessoire.

Das Kleid auf dieser Tafel zeigt den Übergang zwischen den vollen, abgerundeten Röcken der Tafeln 100 und 101 und der Büste der späten 1860er Jahre. Der Rock ist voluminös, aber ein großer Teil des Materials wurde nach hinten geschoben, was dem Umriss die Form eines gleichschenkligen Dreiecks verleiht. Die kombinierte Länge und Fülle bilden fast eine Schleppe am Rücken. Der gesamte Rock wird durch einen Stahlrahmen gestützt. Unterhalb der Knie ist ein Bandbesatz angebracht, der in regelmäßigen Abständen mit Schleifen und Quasten aufgepeppt ist. Der Saum zeigt eine kurze, steife Rüsche, die mit dem Besatz am Mieder übereinstimmt.

Die Taille ist figurbetont und abgerundet, das Mieder dezent mit Bandrüschen entlang der Nähte verziert. Die Schulternähte weisen auf die schulterfreie Mode hin und der hohe Ausschnitt verstärkt den Effekt. Die Ärmel, die viel von der Fülle der vorangegangenen Periode verloren haben, enden an den Handgelenken mit weichen, umgeschlagenen Manschetten, die mit Rüschen besetzt sind, und werden mit Schleifenbändern in der Nähe der Ellbogen akzentuiert. Der untere Rockteil des Mieders ist der Teil, der mit dem Fortschreiten der Mode zur Büste immer größer und voller wurde. Er ist lediglich ein dekoratives Stück Stoff, um den Bruch zwischen Taille und Rock zu überdecken.

Die hier gezeigte Haartracht ist bescheiden – in der Mitte gescheitelt und in Form eines großen losen Knotens über die Ohren zurückgeführt, der von einem Netz bedeckt ist.

Quelle: Museumsprojekt. Geschichte des Kostüms.

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