Athen, Griechenland, Stadtansicht, Historisch,
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Athen: Eine Reise durch Geschichte und Politik

Athen

Stadtgründung

Athen, die Hauptstadt Attika’s, lag westlich von dem 284 Meter hohen Lykabettus Gebirge (das heutzutage, von einer auf seinem Hauptgipfel dem heiligen Georgios erbauten Kapelle, der Berg des heiligen Georg (Ágios Geórgios) heisst), zwischen den Flüssen Ilissus und Kephisus am Fuss eines steilen Felsen, auf dem der Sage nach Kekrops (1500 v. Ohr.) die Akropolis baute, während Theseus (1250 v. Chr.) als der eigentliche Gründer der Stadt gilt, die ihren Namen von der heimischen Göttin Athene erhielt.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im zweiten Perserkrieg (480 v. Chr.) wurde sie von Xerxes zerstört, von Themistokles wieder aufgebaut und besonders von Kimon und Perikles verschönert. Spätere Verschönerungen erhielt sie durch Lykurgus, einen Zeitgenossen des Demosthenes (408—328 v. Chr.), durch Herodes Attikus, einen Freund der Kaiser Antoninus Pius, Antoninus Philosophus und Verus (gest. 175 n. Chr.) und durch den römischen Kaiser Hadrian.

Piräus

Athen bestand aus der eigentlichen Stadt um die Akropolis her, und der Hafenstadt, welche die Seehäfen Piräus (jetzt Porto Leone), Munychia und Phalerum umfasste, die von Themistokles durch Mauern von doppelter Wagenbreite befestigt und unter Kimon und Perikles durch die sogenannten „langen Mauern“ mit der Stadt in Verbindung gesetzt wurden.

Befestigung

Nach Thukydides hatte die Stadt mit Inbegriff der Hafenstadt und der Verbindungsmauern zwischen beiden zu Anfang des Peloponnesischcn Krieges einen Umfang von 168 Stadien = 31 Kilometer. Sie hatte 11 Tore und zur Zeit ihrer Blüte 180,000 bis 200,000 Einwohner.

Die Burg

Beinahe inmitten derselben, als eigentlicher Kern der Stadt, lag die Burg (Akropolis) auf einem 48,6 Meter über der Stadt, 153 Meter über dem Meer sich erhebenden, 372 Meter langen, 162 Meter breiten Felshügel, der schon von den Pelasgern und später von Kimon mit einer Mauer umgeben wurde. Der einzige Zugang zur Burg war von Westen durch die von Perikles gebauten Propyläen.

Die Burg schmückten prächtige Bildsäulen und Tempel, vor allen die kolossale von Phidias gefertigte eherne Bildsäule der Athene, der Parthenon, das Erechtheum mit dem Pandroseum u. a. An der Nordwestseite der Burg befand sich die Quelle Klepsydra, die für dieselbe von unschätzbarem Wert war und die durch eine Leitung mit der jetzt unter dem Namen „Turm der Winde“ bekannten Wasser-Uhr des Andronikus in Verbindung stand.

Der Areopag

Westlich von der Burg lag der Areopag mit dem obersten Gerichtshof der Athener und dem Tempel der Erinnyen. Von den noch jetzt erhaltenen Bauwerken sind ausser den oben genannten Parthenon, Erechtheum, Turm der Winde noch zu erwähnen der Theseus-Tempel, das Monument des Lysikrates, der Bogen des Hadrian, die Trümmer des Jupiter Tempels, das Tor des Hadrian, das Theater des Dionysos, das Odeion des Herodes Attikus u. a.

Ansicht

Die auf unserer Tafel abgebildete Ansicht (1891) stellt uns das heutige Athen (neugriechisch Athinä) von der S.O.-Seite dar; die Westseite der alten Stadt ist nicht überbaut, da sich das moderne Athen um den Nord-und Ostfuss der Akropolis gelagert hat. Zwei Hauptstrassen, die sich in der Mitte rechtwinklig durchschneiden, durchlaufen die Stadt nach der Länge und Breite; die eine von West nach Ost ziehend, hat den Namen Hermesstrasse und ist die unmittelbare Fortsetzung der vom Piräus kommenden Landstrasse; die andere von Süd nach Nord laufend, heisst die Äolusstrasse, weil sie von dem unter der Akropolis liegenden Turm der Winde ausgeht.

An diese beiden Hauptstrassen schliesst sich das ganze übrige Strassennetz der Stadt an, die neben manchen unscheinbaren Hütten jetzt doch auch glänzende Wohnungen und Paläste, wie das Königliche Schloss, das auf unserer Tafel rechts sichtbare Ausstellungs-Gebäude, das Polytechnikum, die Universität, das Schliemann’sche Wohnhaus u. a., aufzuweisen hat.

Quelle: Album des klassischen Altertums: zur Anschauung für Jung und Alt besonders zum Gebrauch in Gelehrtenschulen von Hermann Rheinhard, Professor am K. Realgymnasium in Stuttgart. Verlegt von C.B. Griesbach Verlag, Gera 1891.

Gründung Athens

Eine Reise durch Geschichte und Politik

Die Gründung der Stadt Athen ist in Mythen und Legenden gehüllt, die sich tief in die kulturelle Identität der Griechen eingebrannt haben.

Theseus Mythos

Einer der bekanntesten Mythen ist die Geschichte um den Helden Theseus, der als König von Athen galt und als Begründer der Stadtstruktur gefeiert wird. Theseus, so erzählt es die Legende, vereinte die verstreuten Gemeinden Attikas zu einer einzigen politischen Einheit, was als Synoikismos bezeichnet wird. Diese zentrale Rolle in der Stadtgründung macht ihn zu einem Symbol der Einheit und Stärke.

Athene und Olivenbaum

Ein weiterer bedeutender Mythos ist der der Göttin Athene, nach der die Stadt benannt wurde. Der Mythos besagt, dass Athene in einem Wettstreit mit Poseidon gewann, indem sie der Stadt den Olivenbaum schenkte, ein Symbol des Friedens und der Prosperität. Der Olivenbaum wurde zum heiligen Symbol und spiegelte die agrarische Grundlage der frühen athenischen Wirtschaft wider.

Die historische Entwicklung Athens begann jedoch bereits vor diesen mythischen Erzählungen. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Region um Athen bereits im Neolithikum, etwa 5000 v. Chr., besiedelt war. Diese frühen Siedlungen zeugen von einer kontinuierlichen menschlichen Präsenz und einer allmählichen Entwicklung hin zu einer komplexeren Gesellschaftsstruktur.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Athen von einer Ansammlung kleiner Dörfer zu einer organisierten Stadt. Historische Dokumente und archäologische Ausgrabungen belegen, dass Athen bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende Stadt war. Die Einführung der Schrift und die Schaffung öffentlicher Gebäude, wie des Tempels der Athene auf der Akropolis, markierten wichtige Schritte in der Stadtentwicklung.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Ursprünge und die frühe Entwicklung Athens eine komplexe Mischung aus Mythen und historischen Fakten darstellen. Die Geschichten um Theseus und Athene sind tief in das kulturelle Gedächtnis eingebettet, während archäologische und historische Beweise ein detaillierteres Bild der frühen Stadtstruktur und ihrer Entwicklung liefern. Diese frühe Geschichte bildet das Fundament für die spätere Blütezeit Athens als eine der bedeutendsten Städte der Antike.

Befestigung Athens: Mauern und Verteidigungsstrategien

Die Befestigung Athens entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte erheblich. Anfangs begnügte sich die Stadt mit einfachen Schutzmaßnahmen, doch die zunehmenden Bedrohungen durch benachbarte Stadtstaaten und fremde Mächte führten zu umfassenderen Verteidigungsstrukturen. Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. wurden erste Stadtmauern errichtet, doch die bedeutendsten Entwicklungen kamen unter der Führung von Themistokles im frühen 5. Jahrhundert v. Chr.

Unter Themistokles entstand ein ambitioniertes Befestigungsprojekt, das die Stadt Athen nachhaltig prägen sollte. Die berühmten Stadtmauern, die er errichten ließ, boten nicht nur Schutz vor Angriffen, sondern symbolisierten auch die Macht und den Einfluss Athens. Besonders hervorzuheben sind die Langen Mauern, die Athen mit seinem Hafen Piraeus verbanden. Diese strategischen Bauwerke ermöglichten es der Stadt, selbst in Zeiten von Belagerungen lebenswichtige Lieferungen von Nahrung und Ressourcen sicherzustellen.

Die Langen Mauern spielten eine entscheidende Rolle in der Verteidigungsstrategie Athens. Indem sie die Stadt mit dem Hafen verbanden, schufen sie eine Art Sicherheitskorridor, der militärische und wirtschaftliche Aktivitäten gewährleistete. Dies war besonders während der Peloponnesischen Kriege von immenser Bedeutung, als Athen oft auf die Versorgung aus Übersee angewiesen war. Diese architektonische Meisterleistung zeigte die Weitsicht und den Innovationsgeist der Athener Planer.

Neben den physischen Befestigungen entwickelte Athen auch fortschrittliche militärische Strategien. Die Stadt war berühmt für ihre Flotte, die als Rückgrat ihrer Verteidigung diente. Die Kombination aus starken Mauern und einer mächtigen Marine ermöglichte es Athen, sich gegen zahlreiche externe Bedrohungen zu behaupten. Die Athener nutzten zudem innovative Taktiken und Technologien, wie den Einsatz von Ballisten und Katapulten, um ihre Verteidigungsfähigkeiten zu maximieren.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Befestigungen und Verteidigungsstrategien Athens verdeutlicht die Bedeutung, die die Stadt ihren Schutzmaßnahmen beimaß. Diese Maßnahmen trugen wesentlich dazu bei, Athen als eine der mächtigsten und einflussreichsten Städte der antiken Welt zu etablieren.

Athen und die Perser: Kriege und Konflikte

Perserkriege

Die Kriege zwischen Athen und dem Persischen Reich, bekannt als die Perserkriege, stellten einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des antiken Griechenlands dar. Der erste bedeutende Konflikt, die Schlacht bei Marathon im Jahr 490 v. Chr., markierte den Beginn der Auseinandersetzungen. In dieser Schlacht gelang es einem zahlenmäßig unterlegenen athenischen Heer, die persischen Truppen unter Darius I. entscheidend zu schlagen. Der Sieg bei Marathon stärkte nicht nur das Selbstbewusstsein der Athener, sondern auch ihren Ruf als militärische Macht.

Die zweite Invasion der Perser, angeführt von Xerxes I., brachte neue Herausforderungen. Eine der bekanntesten Schlachten dieser Zeit war die Schlacht bei den Thermopylen im Jahr 480 v. Chr., in der eine kleine griechische Streitmacht, angeführt von den Spartanern, den Persern tapfer Widerstand leistete. Obwohl die Griechen letztlich unterlagen, wurde der persische Vormarsch verzögert, was den griechischen Stadtstaaten, inklusive Athen, wertvolle Zeit zur Vorbereitung verschaffte.

Die anschließende Seeschlacht von Salamis markierte einen weiteren Wendepunkt. Dank der überlegenen athenischen Marine gelang es den Griechen, eine vernichtende Niederlage über die persische Flotte zu erzielen. Dieser Sieg war von enormer Bedeutung, da er die persische Bedrohung auf See eliminierte und die moralische Stärke der Athener weiter festigte.

Der endgültige Schlag gegen die Perser erfolgte in der Schlacht von Plataiai im Jahr 479 v. Chr. Hier besiegten die vereinten griechischen Streitkräfte die verbleibenden persischen Truppen endgültig. Diese Siege hatten tiefgreifende Auswirkungen auf Athen und seine Bürger. Zum einen begründeten sie die Vormachtstellung Athens innerhalb der griechischen Welt und zum anderen stärkten sie das Gefühl der Einheit und Identität unter den Athenern.

Langfristig führte der Triumph über die Perser zur Festigung der politischen Macht Athens und zur Entwicklung der Delisch-Attischen Seebund, einer Allianz unter athenischer Führung. Diese Allianz spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung der athenischen Kultur und politischen Ideale in der gesamten griechischen Welt. Die Perserkriege waren somit nicht nur ein militärischer Erfolg, sondern auch ein Katalysator für die kulturelle und politische Blüte Athens.

Politik und Demokratie im antiken Athen

Athen Demokratie

Das antike Athen gilt als die Wiege der Demokratie, eine Regierungsform, die sich durch die aktive Beteiligung der Bürger auszeichnete. Im Zentrum dieser politischen Struktur stand die Volksversammlung, die sogenannte Ekklesia, die allen männlichen Bürgern Athens offenstand. Hier wurden wichtige Entscheidungen getroffen, Gesetze verabschiedet und politische Strategien diskutiert. Die Ekklesia war ein Symbol für die direkte Demokratie, bei der jeder Bürger das Recht und die Pflicht hatte, sich aktiv am politischen Leben zu beteiligen.

Ein weiteres zentrales Element der athenischen Demokratie war der Rat der 500, auch Bule genannt. Dieser Rat bestand aus 500 Bürgern, die durch ein Losverfahren ausgewählt wurden. Die Bule bereitete die Tagesordnung der Ekklesia vor und überwachte die Ausführung der Beschlüsse. Die Mitglieder der Bule dienten jeweils für ein Jahr, was die Machtkonzentration verhinderte und die politische Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten sicherstellte.

Ein wesentliches Merkmal der athenischen Demokratie war auch das Gerichtswesen, insbesondere die Dikasteria. Diese Gerichte setzten sich aus großen Jurys zusammen, die ebenfalls durch Losverfahren bestimmt wurden. Sie entschieden über eine Vielzahl von rechtlichen und politischen Streitigkeiten und spielten eine wichtige Rolle in der Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit.

Persönlichkeiten

Wichtige Persönlichkeiten wie Kleisthenes, Perikles und Sokrates prägten die politische und philosophische Landschaft Athens nachhaltig. Kleisthenes wird oft als Vater der Demokratie bezeichnet, da er grundlegende Reformen einführte, die die Macht der Aristokratie einschränkten und die politische Mitbestimmung der Bürger stärkten. Perikles, einer der bedeutendsten Staatsmänner Athens, förderte die Künste und Philosophie und trug zur Blütezeit der athenischen Demokratie bei. Sokrates hingegen, obwohl kein Politiker, beeinflusste durch seine philosophischen Diskurse die Denkweise und das Verständnis der Bürger von Gerechtigkeit und Tugend.

Die Bedeutung der athenischen Demokratie für die Bürger Athens war immens. Sie ermöglichte eine nie dagewesene Form der politischen Beteiligung und förderte das Gemeinschaftsgefühl. Zudem legte sie den Grundstein für moderne politische Theorien und Systeme, die bis heute die Grundprinzipien demokratischer Staaten prägen. Die Errungenschaften und Herausforderungen der athenischen Demokratie bieten wertvolle Einblicke in die Entwicklung politischer Systeme und die Bedeutung von Bürgerbeteiligung.

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