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Die Moden der verschiedenen Stände. Deutschland 17. Jahrhundert.

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Die Moden der verschiedenen Stände im 17. Jahrhundert.

DEUTSCHLAND. XVII. JAHRHUNDERT. DIE MODEN DER VERSCHIEDENEN STÄNDE. DIE PELZKAPPE, DER KITTEL U. S. W.

Der Strenge und Einfachheit der deutschen Tracht im 16. Jahrhundert machte der Einfluss der französischen Moden seit dem 17. Jahrhundert ein Ende. Charakteristisch bleiben die Pelzkappe und der Kittel über dem geschnürten, vorn offenen Mieder.

  • Nr. 1. Ferdinand Albrecht als Prinz. seit 1666 Herzog von Braunschweig-Bevern.
    Mode von 1650. Hoher Filzhut mit Bandschleife; übergeschlagener Kragen; kurzes Wams mit offenen Ärmeln; Jagdhandschuhe; Hosen mit Bandschleifen am Rande und am Latz; Kanonenstiefel mit umgeschlagenem, mit Spitzen besetztem Schaft; Bandelier mit langem Degen; Stock mit eisenbeschlagener Spitze.
  • Nr. 2. Raufbold nach einer Zeichnung Hellars vom Jahre 1646. Büffelkoller und Lederhosen, am untern und oberen Rand zungenförmig ausgeschnitten, mit einer strumpfartigen Fortsetzung aus Tuch; breiter Säbel und ein Dolch im Koller; Schuhe ohne Absätze.
  • Nr. 3, 4, 5, 6 und 7. Frauen von Augsburg mit hohem Kopfputz.
    Nr. 3, 5 und 6 mit hoher geschweifter Haube. Nr. 4 im breitrandigen Hut.
    Nr. 7 im kegelförmigen Hut mit breiten Leinenschnüren an der Rückseite.
  • Nr. 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 17, 18, 19. Trachten vom Rhein.
  • Nr. 8. Flache Haube über einer kleinen Kappe; Fraise; Mantel mit breiten Schulterstücken; darunter ein weiter Rock; Puff- und Überärmel.
    Nr. 9. 12, 13 und 17. Pelzkappe und Kittel mit Pelerine über dem geschnürten Mieder.
    Nr. 10. Kopfputz aus weisser Leinwand, wie die Mädchen im Niederelsass ihn trugen; Brustlatz und Schnürmieder.
    Nr. 11. Dame aus Basel. Pelzkappe. Kittel, Hongreline *) und Rock, bedeckt von einer breiten Schürze.
    Nr. 14. Pelzkappe und Cadenettes **); Pelzpalatine; geraffte Schleppe; französische Mode des 18. Jahrhunderts.
    Nr. 15. Kelchartiger Kopfschutz aus Pelzwerk; gestickte Kappe; Seidenmantillo; Spitzenschal um die Schultern; Stiefel mit hohen Absätzen.
    Nr, 18. Junge Strassburgerin, Pelzkappe, Kittel mit Pelzpelerine; Schnürmieder; Hongreline und Schürze.
    Nr. 19. Taufpathin mit Kind; Pelzkappe und Mantel mit Schulterstücken wie Nr. 8.

*) Die Hongreline war ein halb-schenkellanger Mantel im Kuttenstil, der gewöhnlich mit Fell gefüttert war. Er kam während der Mitte des 17. Jahrhunderts in Mode und war ursprünglich ein Soldatenmantel.
**) Die Cadenettes ist die Bezeichnung für eine Frisur, die aus zwei Zöpfen oder Haarsträhnen bestand, die in der Mitte des Schädels begannen und sich auf beiden Seiten des Kopfes unter dem Hut aufrollten.

  • Nr. 16. Edelmann in der Tracht der Raffinés zur Zeit Ludwigs XIII. Breitkrämpiger Federhut; umgeschlagener Spitzenkragen; Schultermantel; Kanonenstiefel.
  • Nr. 20. Protestantischer Geistlicher. Runder Hut; Halskrause; Wams mit Puffärmeln, die unter einem Mantel hervorkommen.
  • Nr. 21. Portrait der „tugendsamen, ehrbaren und reichen Dame Barbara“.
  • Nr. 1 ist bezeichnet C. Buno; Nr. 2 nach Hollar.
    Nr. 3, 4, 5, 6 und 7 nach einer Reihe von Stichen mit dem Titel: Verschiedene Trachten der Frauen von Augsburg ohne Bezeichnung des Künstlers.
    Nr. 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 18, 19 und 20 nach den Stichen von Hollar: Aula veneris, sive varietas foeminini sexus, diversarum Europae nationum, differentiaque habituum, ut in qualibet provincia sunt, apud illas nunc usitati etc.; anno 1644.
    Nr. 15 nach einem deutschen Stich, bezeichnet Weigel; Nr. 16 und 17 nach einem Stich ohne Künstlernamen; Nr. 21 nach Sandrart (1606-1683).

Vgl. Hermamm Weiss, Kostümkunde, Stuttgart 1860-1872. Albert Kretschmer, Die deutschen Volkstrachten, Leipzig 1870 .

affe, illustration

Quelle: Geschichte des Kostüms in chronologischer Entwicklung von Auguste Racinet. Herausgegeben von Adolf Rosenberg. Berlin 1888.

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