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Niklaus Manuel. Danse macabre. Dominikanerabtei in Bern.

Maler Niklaus Manuel mit dem Beinamen Deutsch um 1530 gestorben, hier dargestellt aus seinem Totentanz.

Maler, Niklaus Manuel, Hefner-Alteneck, Renaissnce, Kostüm, Bekleidung,
Niklaus Manuels Selbstbildnis am Schluss seines Totentanzes (Ausschnitt). Von Albrecht Kauw (1621–1681).

Niklaus war höchstwahrscheinlich der Sohn von Emanuel Aleman (oder Alleman), einem Apotheker, dessen eigener Vater aus Chieri im Piemont eingewandert war, und seiner Frau Margaretha Fricker (oder Frikart), einer unehelichen Tochter des Berner Stadtschreibers Thüring Fricker. Als Familienname verwendete er „Manuel“, den Vornamen seines Vaters, und als Zusatzbezeichnung „Deutsch“, das deutsche Äquivalent des Familiennamens Alleman, und signierte seine Werke mit den Initialen NMD.

Er wird 1509 erstmals urkundlich erwähnt, als er Katharina Frisching heiratete, die Tochter von Hans Frisching, einem ehemaligen Berner Vogt und Mitglied des Stadtrates (Kleiner Rat). Niklaus Manuel und Katharina Frisching hatten sechs Kinder. Zwei von ihnen, Hans Rudolf Manuel Deutsch (1525-1571) und Niklaus Manuel Deutsch der Jüngere (1528-1588), waren ebenfalls Künstler. Niklaus Manuel gilt als Gründer der Berner Patrizierfamilie Manuel. Ab 1510 war Niklaus Manuel Mitglied des Grossen Rates der Stadt Bern. Er wird erstmals 1513 als Maler im städtischen Dienst erwähnt. Neben Holbein ist er der bedeutendste Vertreter der Renaissancemalerei in der Schweiz.

Im Jahr 1514 kaufte er das Haus in der Gerechtigkeitsgasse 72, das bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Familie Manuel blieb. 1516 trat er als Sekretär von Albrecht von Stein in den Söldnerdienst ein und nahm am Frankreichfeldzug im Krieg der Liga von Cambrai teil. Sein berühmter „Danse macabre“ an der Wand der Dominikanerabtei in Bern wurde 1516 oder 1517 begonnen; diese Mauer wurde im Jahre 1660 abgebrochen, um eine vorbeiführende Straße zu erweitern. Aber schon im Jahre 1649 hatte auf obrigkeitlichem Auftrag Albrecht Kauw, Maler zu Bern, eine Kopie in Wasserfarben auf Papier angefertigt, die sich seinerzeit im Besitz des Major Manuel zu Bern befand und die wiederum die Vorlage für diese Abbildung darstellte.

Die Tracht ist höchst originell, aber ganz aus dem Leben dieser Periode gegriffen. Die Schweizer zeichneten sich um diese Zeit durch besondere Vorliebe für Farbenpracht und Abwechslung in Form und Schnitt aus; doch haben wir schon öfter bemerkt, dass dieser Reichtum des Kostüms, wie besonders das Mi-parti (Zweiteilung, verschiedene Farben siehe hier), das hier in der Mode der Hose sehr auffallend in den Vordergrund rückt, um diese Zeit auch in anderen Ländern Europas, besonders jedoch bei den deutschen Landsknechten auftrat.

Das verschobene und halb offene Wams drückt den leichten und der Kunst zugewandten Sinn des Malers aus, der bei der Arbeit der Garderobe nicht achtet.

Quelle: Trachten, Kunstwerke und Gerätschaften von frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, nach gleichzeitigen Originalen von Dr. J. H. von Hefner-Alteneck. Verlag von Heinrich Keller. Frankfurt a. M. 1879-1889.

Fabel, Affe, Delfin, Illustration

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